Aber wenn es mir gut tut …

So langsam nähern wir uns dem Winter. Draußen wird es kalt, nass und ungemütlich. Es wird Zeit, die ganzen warmen Wintersachen aus dem Schrank zu holen und anzuziehen. Ich persönlich mag den Sommer zwar mehr als den Winter, aber der Winter hat einen großen Vorteil: Man kann die ganzen warmen Sachen anziehen und sich einen Scheiß darum scheren, wie das aussieht, denn solange etwas warm ist, ist es gut! Ein Dialog, der folgendermaßen abläuft: „Du siehst beschissen aus!“ „Ja, aber die Klamotten sind warm!“ „Da hast du recht!“ ist durchaus denkbar. Das ist auch das, was ich am Winter sehr mag. Draußen hat sich die Natur in einen winterschlafartigen Sparzustand zurückgefahren, und drinnen tut man alles, um es warm und gemütlich zu haben. Wir beginnen, uns von der Weite zurückzuziehen in die Gemütlichkeit und igeln uns ein. Das ist der Moment, wo man anfängt, sich auch mehr mit sich selbst zu beschäftigen. Für mich ist die wichtige Frage, die sich dann ganz besonders stellt, diese: Tut es mir gut?

Ein Tag, an dem man morgens das Eis von den Autoscheiben kratzen muss, eignet sich viel besser für heißen Tee als ein milder Sommertag. Und eine Mütze, die sonst wegen ihrer Farbzusammenstellung vielleicht nicht in Betracht gekommen wäre, ist plötzlich ideal, weil sie die Ohren so schön warm hält. Ich fange an, mich viel mehr für die eine, für die einzig wichtige Frage zu interessieren: Tut es mir gut? Ja, die hässliche grüne Filzmütze tut mir gut, denn sie hält meinen Kopf warm.

Meine Ohren frieren nicht, ob es doof aussieht, ist mir völlig egal, denn meine Ohren frieren nicht. Die Frage, was die Nachbarn denn denken sollen, hat für mich sowieso im normalen Leben kaum Bedeutung, aber im Winter rückt sie völlig in den Hintergrund. Und das ist einer der Gründe, aus denen ich auch den Winter sehr mag. Die elementare Frage rückt in den Mittelpunkt: Tut es mir gut? An einem schönen, klaren Tag wie heute, an einem Tag, der kalt ist und neblig, ist diese Frage die Einzige, die wichtig ist.

Mein Fazit für diesen Text: Ich mach mir jetzt erst mal einen schönen heißen Tee.

Warum? Weil es mir gut tut!

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